Methoden

Wie viel bringt Positives Denken wirklich? Die WOOP-Methode

Wie viel bringt Positives Denken wirklich?

"Positiv Denken, das wird schon.“ ist ein oft gehörter und meist auch lieb gemeinter Ratschlag. 

 

Positive Gedanken an ein gewünschtes Ziel sind zwar hilfreich, reichen aber nicht aus. Studien zeigen, dass rein positives Denken beziehungsweise positive Zukunftsfantasien sogar oft eher kontraproduktiv wirken: Man träumt vom Ziel oder Wunsch, die Welt sieht gut aus und man entspannt sich bei dem Gedanken an das Ziel. Diese Entspannung fühlt sich zwar sehr gut an, aber nimmt die notwendige Energie, die zur Erreichung des Ziels notwendig ist.

 

Nachgewiesen wurde die Erkenntnis in Studien, in denen bei positivem Denken ein deutlich niedriger systolischer Blutdruckwert gefunden wurde, als
sonst (niedrigeres Energielevel).

 

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Die Konsequenz des Ganzen?

Wir brauchen das positive Denken, aber allein reicht es nicht aus. Die positive Visualisierung muss mit einer Visualisierung der Hindernisse verknüpft werden, damit genügend Energie zur Überwindung der Hindernisse gegeben wird. Diese Erkenntnis geht auf unzählige Forschungsergebnisse von Gabriele Oettinger, Professorin für Psychologie in New York und Hamburg, zurück. Sie nennt die Methode der Visualisierung der positiven Ziele mit den möglichen Hindernissen „mentales Kontrastieren“. Ihre desillusionierenden Erkenntnisse, dass die positiven Zukunftsfantasien allein nicht reichen, regten zu weiteren Forschungen an. 

 

Der Motivationsforscher Peter M. Gollwitzer untersuchte in den 90er Jahren, mit welchen Plänen oder Handlungsweisen Menschen ihre Ziele erfolgreich erreichten. Die Erkenntnis dieser Untersuchungen zu den Erfolg bringenden Durchführungsintentionen („implementation intentions“) fasste er in einem einfachen Ausdruck zusammen: Das Wenn-Dann-Szenario

 

Damit ist eine unbewusste Handlungsimplementation gemeint: Tritt eine bestimmte Situation auf, wird mit einem bestimmten Verhalten reagiert. Diese Wenn-Dann-Pläne erzeugen bei vorheriger Visualisierung einen unbewussten Verknüpfungszusammenhang, der es einfacher macht, Hürden zu übergehen. Zum Beispiel erzeugt „Wenn ich morgen aufstehe, dann werde ich Joggen gehen.“ einen höheren Bezugsrahmen als „Ich will morgen Joggen gehen.“.

 

Werden beide Erkenntnisse zusammengefügt ergibt sich eine wirkungsvolle Methode, deren Wirksamkeit in wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt wurde. In Kombination beider Konzepte entstand das wirkungsvolle WOOP-Modell, das zu erstaunlichen Veränderungsprozessen führen kann.

 

 

WOOP WOOP !!!

WOOP steht dabei für WISH, OUTCOME, OBSTACLE und PLAN, zu Deutsch: Wunsch, Ergebnis, Hindernis, Plan. Es erinnert an das GROW-Modell, dass wir in einem anderen Blogbeitrag schon ausführlich beschrieben haben (zum Beitrag). 

 

 

 

 

 

Wie wende ich WOOP bei mir oder meinen Klienten oder Mitarbeitern an?

Ganz einfach: Sie brauchen nur einen Stift und einen (kleinen) Zettel.

Schritt  1- WISH: Denken Sie an einen Wunsch oder ein Ziel, das sie gern erreichen möchten. Dies sollte natürlich realistisch
sein. Schreiben Sie Ihn auf den Zettel. Wie man Ziele gut ausformulieren kann, können Sie in unserem Beitrag „2 Best
Practices zur Zielformulierung“ erfahren.

Schritt 2- OUTCOME: Was ist das bestmögliche Ergebnis? Wie sieht die Welt im Ziel aus? Aufschreiben!

Schritt 3- OBSTACLE: Was ist das größte Hindernis? Was steht Ihnen im Weg? Schreiben Sie Ihre Erkenntnisse auf. Hier finden wir die Visualisierung der Hindernisse (nach Oettinger).

Schritt 4- Der PLAN: Wie gehen Sie zur Erreichung des Ziels vor? Was können Sie tun, wenn die Hindernisse auftauchen? Was ist Ihr Wenn-dann-Plan (nach Gollwitzer)? Dies schließt ihren WOOP-Zettel ab.

 

 

WIE SIE IHR UNTERBEWUSSTSEIN BESSER AUF IHRE ZIELERREICHUNG PROGRAMMIEREN KÖNNEN.

Die WOOP-Methode

Warum es wirkt?

Mit der WOOP-Methode stellen Sie entweder fest, dass Ihr Wunsch realistisch und erreichbar ist oder Sie erkennen, dass er unrealistisch ist, sodass Sie sich auf ein vielversprechenderes Ziel konzentrieren können. Ist Ihr Wunsch erreichbar, bekommen Sie durch die WOOP-Methode Energie und eine Orientierungshilfe. Das fördert das Engagement und die Motivation.

 

Das Spannende an der hier vorgestellten WOOP-Methode ist, dass es im Unbewussten ansetzt. Durch die Verknüpfung der Wunschvorstellung mit den Hindernissen wird der entspannte Zustand in der Zielerreichung mit dem Energieaufwand für das Vorgehen verknüpft. Die Wenn-dann-Methodik schlägt dem allzuoft einsetzenden inneren Schweinehunde ein Schnippchen.

 

Probieren Sie es einfacher aus! Als einfache Hilfestellungen gibt es mittlerweile auch Apps, mit denen Sie direkt WOOP ausprobieren können.