Methoden

Die “Kollegiale Beratung”

ABOUT

Das auf der Seite des Job- und Führungscoaches Marcel Widmer gefundene Konzept der “Kollegialen Beratung” ist eine gute Möglichkeit, sich in selbstorganisierten Gruppen ein Feedback zu einer bestimmten Problemlage zu holen. Hierbei können verschiedene Meinungen, Lösungsansätze und Hilfestellungen der Teilnehmer eingeholt werden, unabhängig von deren verschiedenen Kompetenzen und Erfahrungen. Nicht nur im beruflichen Bereich, sondern auch im privaten Umfeld oder als Intervision unter Coaches macht das Modell eine gute Figur: Es fördert die kommunikativen Fähigkeiten sowie die Reflexionsfähigkeit und das Selbsthilfepotential der Teilnehmer.   Voraussetzung ist ein respektvoller und vertraulicher Umgang miteinander. Bei starken Spannungen, fehlendem Vertrauen in das Team oder gar therapiebedürftigen Anliegen sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Im Folgenden stellen wir Ihnen kurz die Rollen und den Ablauf einer "Kollegialen (Fall-)Beratung" vor.

Der Ratsuchende: Er stellt den Fall auf der sachlichen und auf der emotionalen Ebene vor. Der Ratsuchende hofft auf neue Anregungen und Lösungsmöglichkeiten für sein Anliegen.

 

Das Beraterteam: Es versucht sich durch den systematischen Ablauf ein möglichst vollständiges Bild zu machen, um gute Lösungsvorschläge zu entwickeln. Es darf dabei neben sachlichen Argumenten auch um eigene persönliche Gefühle und Erfahrungen gehen.

 

Und der Moderator: Er achtet auf die Einhaltung von Zeit und Ablauf sowie einen respektvollen Umgang. Dieser sollte möglichst nicht mit diskutieren, um einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen.

Die drei Rollen

ABLAUF

1.) Erklärung der Vorgehensweise für alle Teilnehmer, Klärung von Fragen zum Ablauf (ca. 10 Min.). 2.) Vorstellung des Falls durch den Ratsuchenden, das Beratungsteam schweigt und macht sich Notizen (ca. 10 Min.).  3.) Rückfragen zum Fall durch die einzelnen Teilnehmer, Beraterteam darf allerdings noch keine Interpretationen, Hypothesen oder Lösungen anbieten (ca. 15 Min.) 4.) Beratung des Teams unter sich: Welche Ideen, Assoziationen, Bilder, eigene Emotionen und Erfahrungen haben die Teilnehmer? Welche Hypothesen haben die Teilnehmer? Noch keine Lösungen! Der Ratsuchende schweigt und macht sich Notizen (ca. 10-15 Min.). 5.) Stellungnahme des Ratsuchenden zu den Aussagen des Teams (5-10 Min.). Hier bitte noch keine Diskussionen! 6.) Lösungsvorschläge des Beraterteams: Jeder Teilnehmer gibt an, wie er den Fall auffasst und was er anstelle des Ratsuchenden tun würde. Der Ratsuchende schweigt und macht sich Notizen (ca. 10 Mi). 7.) Entscheidung des Ratsuchenden: der Ratsuchende erzählt, welche Hypothesen und Lösungsvorschläge für ihn relevant sind und auch warum (ca. 10 Min.). 8.) Offenes Gespräch: Jeder teilt mit, wie es ihm geht, was er mitnehmen konnte; Zeit für persönliche Anmerkungen.